Hier der gesamte Artikel von Brigitte Kompatscher:

Erfahrung und Kompetenz in Sachen Küche

Mit Küchen beschäftigen sich Christian Pinkelnig und Claudia Schwarz seit sehr vielen Jahren. Vor fünf Monaten haben sie in Lauterach ein Dan-Küchenstudio eröffnet.

Christian Pinkelnig ist gelernter Tischer. Nach seiner Lehre hat der Dornbirner jahrelang bei einem Möbelgroßhändler gearbeitet, dann in verschiedenen Küchenstudios, darunter einem Dan-Studio, und zuletzt im Außendienst von Dan. Im Herbst vergangenen Jahres wurde er dann von der Eigentümerfamilie des oberösterreichischen Küchenspezialisten gefragt, ob er nicht ein eigenes Studio in Vorarlberg eröffnen wolle. Er wollte und holte gleichzeitig seine Frau Claudia Schwarz mit ins Boot. Die gebürtige Steirerin, die seit über zwanzig Jahren in Vorarlberg lebt, hat schon in ihrer Jugend in Graz Küchen verkauft und war dann viele Jahre bei einem Möbelgroßhändler tätig. In den vergangenen zehn Jahren war Schwarz Inhaberin eines Kinderbekleidungsgeschäfts in Bludenz, das sie derzeit auflöst.

Nähe zur Möbelkette

Auf der Suche nach einer geeigneten Immobilie für ihre gemeinsame Selbstständigkeit wurden die beiden in Lauterach fündig – direkt gegenüber einer Möbelkette. Ist das kein Problem? Pinkelnig: „Ich war mir zunächst auch nicht sicher, bis man mir gesagt hat, dass sich die besten Studios in der Nähe von Großhändlern befinden.“ Die hohe Frequenz und auch das vorhandene Zielpublikum dürften die Gründe dafür sein. Auf über 200 Quadratmetern sind im neuen Küchenstudio in der Karl-Höll-Straße, das am 19. Mai eröffnet wurde, nun sechs verschiedene Dan-Küchen zu sehen. Einem Hersteller, der „mit 28 Prozent Marktanteil die Nummer Eins in Österreich ist“, wie Pinkelnig informiert. Die Küchen, deren Marke österreich weit einen extrem hohen Bekanntheitsgrad aufweise, seien mit erstklassigen Blum-Beschlägen ausgestattet, zeigt der Inhaber einen der Vorzüge seines Produkts auf. Zu sehen sind im Geschäft ausschließlich große Küchen, die durchaus imstande sind, den gewünschten „Wow“-Effekt zu erzielen. Kleiner geht es natürlich immer. Küchen gibt es im Dan-Studio ab 5000 Euro – nach oben ist die Grenze so gut wie offen, „und das alles in derselben Qualität“. Angeboten wird aber auch ein Gesamtkonzept, das etwa den Garderobenbereich und andere Räume der Wohnung umfasst. Im Geschäft, vor dem sich auch Parkplätze befinden, ist ein vierköpfiges Team am Werken – neben den beiden Inhabern noch Selina Schwarz, die eine Lehre zur Bürokauffrau macht, und der Hörbranzer Fredy Stoiber, der seit zwei Jahrzehnten im Küchenverkauf tätig ist und das auch im neuen Laden macht. Insgesamt sind es geballte 66 Jahre an Erfahrung in Küchenplanung, -beratung und -verkauf, die das Team aufweisen kann.

Modefarbe Weiß

Funktional, zeitlos, topmodern, griffl os, „heutzutage muss alles geradlinig sein“, beschreibt Stoiber aktuelle Trends im Küchenbereich. „Und es wird Wert auf gute Geräte gelegt.“ Einigkeit gebe es allerdings, was die Farbe der Küchenfront betreffe: „Etwa 90 Prozent sind Weiß Hochglanz oder Matt.“ Bei den Arbeitsplatten gehe der Trend indes weg vom Kunststoff und hin zu Natursteinen wie Granit oder Marmor. Die verschiedenen Frontfarben und Arbeitsplatten können im Geschäft in einer Musterecke begutachtet werden.

Die Küche sei im Gegensatz zu früher im Raum integriert, das „Herz“ der Wohnung oder des Hauses, berichten die Inhaber von ihren Erfahrungen. Daher seien auch sogenannte „Insellösungen“ sehr gefragt. Der frühere reine, oft separierte Arbeitsbereich sei zum Lebensraum geworden. Was auch damit zu tun habe, dass es einen Trend zu großen, offenen Wohnräumen gebe, in denen Kochen, Essen und Wohnen nicht mehr abgetrennt werden. Und, was sich auch geändert habe: Mittlerweile würden sehr viel mehr Männer kochen. Und daher beim Küchenkauf nicht mehr nur zahlen, sondern auch mitbestimmen. Und Pinkelnig erzählt von einem Paar, das unlängst eine Küche gekauft habe. Die Frau wollte eine eingebaute Kaffeemaschine. Woraufhin ihr Mann gemeint habe, wenn sie schon die Kaffeemaschine bekomme, dann wolle er einen Teppanyaki-Grill.

TV-Kochshows

Einen Auftrieb liefert der Küchenbranche auch der nach wie vor anhaltende Trend zu TV-Kochshows, sind die Inhaber überzeugt. „Die Leute sehen die Dinge und wollen sie auch haben.“ Der Wahrnehmung von Pinkelnig nach wird vielleicht auch deswegen heutzutage viel und gerne gekocht. Umfragen zufolge werden Küchen alle 17 Jahre ausgetauscht, erzählt Pinkelnig. Die Frage, ob er selber kocht, bejaht er. Und nachdem seine Frau zu grinsen anfängt, fügt er hinzu: „Ich mache Nudelvariationen.“ Stoiber hingegen lässt sich bekochen, wie er gesteht.

Überaus erfolgreich verliefen für Pinkelnig und Schwarz indes die ersten Wochen ihrer neuen Selbstständigkeit: In nur 19 Wochen konnten ganze 54 Küchen verkauft werden. Und es würden mittlerweile schon die ersten Kunden auf Empfehlung kommen bzw. weil sie irgendwo eine der Küchen gesehen hätten, zeigt sich Pinkelnig erfreut. Ein ausgezeichneter Start also verbunden mit der Hoffnung, dass es so weitergeht. Mindestens 15 Jahre lang. So lange will das Inhaberpaar auf jeden Fall noch arbeiten – und auch der Nachwuchs wäre da. Sieben Kinder und zwei Enkelkinder gibt es in der Patchwork- Familie. Also noch viel Potenzial, um die jetzt schon langjährige Küchenkompetenz noch weiter zu vergrößern.

BRIGITTE KOMPATSCHER